Kaum ein Anruf kommt so zuverlässig wie der am Vorabend eines Fototags: Es soll regnen, sollen wir verschieben? Die Antwort ist fast immer nein. Regen verändert, wo wir fotografieren, aber nicht, was dabei herauskommt. Fensterlicht ist die verlässlichste Lichtquelle überhaupt — und jede Kita hat davon mehr, als sie denkt.
Ein Fototag mit gutem Wetter hat den Garten, ein Fototag bei Regen hat Ruhe. Beides funktioniert. Was wir in beiden Fällen brauchen, ist derselbe kleine Rahmen: ein Raum mit Tageslicht, eine freie Fläche und einen Vormittag ohne Warteschlange.
Warum ist Fensterlicht so gut für Kinderfotos?
Weil es weich und gerichtet zugleich ist. Licht, das seitlich durch ein Fenster fällt, modelliert Gesichter, lässt die Augen leuchten und erzeugt keine harten Schatten. Genau diese Qualität versuchen Studios mit viel Technik nachzubauen — in einem Bewegungsraum mit großer Fensterfront ist sie schon da.
Regenwetter hat dabei sogar einen Vorteil: Die Wolkendecke wirkt wie ein riesiger Diffusor. Das Licht wird gleichmäßiger, niemand blinzelt, und Hauttöne bleiben ruhig. Bilder von grauen Tagen sehen später oft weicher aus als solche aus praller Sonne.
- Seitliches Fensterlicht ergibt weiche, offene Gesichter.
- Bewölkter Himmel verteilt das Licht gleichmäßig.
- Kinder blinzeln drinnen deutlich weniger als in direkter Sonne.
- Vorhänge lassen sich nutzen, um das Licht zu dämpfen.
- Ein heller Raum genügt — zusätzliche Technik bringen wir mit.
Welche Räume eignen sich als Plan B?
Die, die ohnehin da sind. Ein Bewegungs- oder Mehrzweckraum ist ideal, ein leerer Gruppenraum funktioniert genauso, in Schulen oft die Aula oder ein Musikraum. Entscheidend sind zwei Dinge: Tageslicht und Ruhe. Ein Durchgangsraum ist schwierig, weil ständig jemand hindurchmuss.
- Bewegungsraum oder Mehrzweckraum mit Fenstern.
- Etwa vier mal vier Meter freie Fläche genügen.
- Kein Durchgangsweg zu Küche, Garderobe oder Toiletten.
- Eine Steckdose in der Nähe, mehr Technik braucht es nicht.
- Eine Sitzgelegenheit daneben als Ruheinsel für zögernde Kinder.
In der Praxis reicht es, diesen Raum morgens gemeinsam festzulegen. Wir schauen beim Ankommen, wo das Licht am besten steht, und bauen dort auf. Das dauert wenige Minuten und ist die einzige Entscheidung, die das Wetter überhaupt auslöst.
Die meisten Eltern raten falsch, wenn sie in der Galerie überlegen, welches Bild bei Regen entstanden ist. Man sieht es den Aufnahmen nicht an.
Wann verschieben wir einen Termin doch?
Wenn ein Fototag ausdrücklich draußen geplant war und die Bilder genau davon leben sollen — etwa ein Abschiedstermin im Kita-Garten. Dann sprechen wir mit der Leitung und finden ein neues Datum. Der Regel nach passiert das selten, weil die Innenlösung fast immer überzeugt.
Was wir nicht tun: kurzfristig absagen und die Einrichtung mit informierten Eltern zurücklassen. Ein Fototag steht im Wochenplan, Familien haben ihre Kinder darauf eingestellt, und Kleidung wurde ausgesucht. Diese Vorbereitung ist uns zu wertvoll, um sie einem Schauer zu opfern.
Was heißt das für Eltern am Regentag?
Alles bleibt, wie besprochen. Das Kind kommt normal in die Einrichtung, in Kleidung, in der es sich wohlfühlt. Ein zweites Oberteil im Rucksack ist bei Matschwetter ohnehin eine gute Idee, und Gummistiefel stören kein Porträt — fotografiert wird ohnehin meist bis zur Hüfte.
Und wenn Sie Bilder aus dem Garten erwartet haben: Auch drinnen bleibt die Umgebung erkennbar. Ein Fensterplatz, eine Holzwand, der vertraute Raum — es sind diese kleinen Hinweise, die das Foto später eindeutig einem Ort und einem Jahr zuordnen.
Wie wir einen Fototag planen, inklusive Plan B, lesen Sie hier: Ablauf ansehen


