Es gibt einen Moment am Fototag, den ich besonders mag. Ein Kind ist fertig, steht schon halb an der Tür, da kommt die große Schwester aus der Nachbargruppe dazu — und plötzlich stehen zwei Geschwister nebeneinander, die sich seit dem Frühstück nicht gesehen haben. Was in den nächsten Minuten entsteht, ist häufig das Bild, das Eltern später als Erstes bestellen.
Geschwisterfotos sind bei uns keine Zusatzproduktion, sondern ein natürlicher Teil des Vormittags. Sie kosten kaum Zeit, weil beide Kinder ohnehin im Haus sind — und sie sind emotional oft das Stärkste, was an so einem Tag entsteht.
Wie entstehen Geschwisterfotos am Fototag?
Ganz beiläufig. Wenn zwei oder mehr Kinder einer Familie dieselbe Einrichtung besuchen, holen wir sie im Anschluss an ihre Einzelporträts kurz zusammen. Meist dauert das fünf Minuten: ein paar Aufnahmen nebeneinander, eine Umarmung, ein gemeinsames Lachen, fertig.
Damit das klappt, brauchen wir nur eine Information vorab: welche Kinder Geschwister sind. Die Einrichtung weiß das ohnehin, und die Gruppenleitungen bringen die beiden dann zur passenden Zeit zusammen. Alles andere ergibt sich im Raum.
- Geschwister in derselben Einrichtung fotografieren wir am selben Vormittag zusammen.
- Die Aufnahme dauert wenige Minuten und läuft am Rand des regulären Ablaufs.
- Wir brauchen vorab nur den Hinweis, welche Kinder zusammengehören.
- Auch drei oder vier Geschwister funktionieren — dann wird es meist besonders lebendig.
- Die Bilder erscheinen in der Galerie beider Kinder.
Warum werden gerade diese Bilder so oft bestellt?
Weil sie eine Beziehung zeigen, die zu Hause selten stillsteht. Im Alltag rennen Geschwister aneinander vorbei, streiten um die Fernbedienung und versöhnen sich, ohne dass jemand hinsieht. Auf dem Bild stehen sie einmal ruhig zusammen — und man sieht sofort, wie sie zueinander gehören.
Dazu kommt: Geschwisterbilder altern anders als Einzelporträts. Ein Kinderporträt zeigt ein Jahr, ein Geschwisterbild zeigt eine Konstellation. Wer beide Kinder Jahr für Jahr nebeneinander sieht, hat irgendwann eine kleine Chronik im Flur hängen.
Bei Geschwistern muss ich fast nie etwas sagen. Ich warte einfach kurz — den Rest machen die beiden.
Und wenn die ganze Familie aufs Bild soll?
Dann verabreden wir ein eigenes Familienshooting. Am Fototag selbst sind Eltern in der Regel bei der Arbeit, und der Vormittag gehört den Kindern. Für Familienbilder nehmen wir uns deshalb bewusst separat Zeit — in der Natur, zu Hause oder im Winter am weihnachtlichen Indoor-Set.
Viele Familien lernen uns über den Fototag ihrer Einrichtung kennen und melden sich danach dafür. Das freut uns jedes Mal, weil die Kinder uns dann schon kennen — und Kinder, die den Fotografen kennen, sind vom ersten Bild an gelöst.
Was können Eltern dafür vorbereiten?
Sehr wenig, und das ist beabsichtigt. Sagen Sie der Einrichtung Bescheid, dass Sie ein Geschwisterbild möchten, und stimmen Sie die Kleidung grob ab: zwei bis drei Farben aus derselben Familie, unterschiedlich verteilt, keine identischen Outfits.
Alles Weitere passiert vor Ort. Und wenn eines der Kinder an dem Tag gerade keine Lust auf seine Schwester hat, ist das auch in Ordnung — dann fotografieren wir es einzeln und versuchen es beim nächsten Mal. Erzwungene Nähe sieht man auf Bildern sofort.
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