Ablauf03.08.2026 · 2 Min. Lesezeit

Licht am Vormittag: Warum Fototage draußen so gut funktionieren

Das beste Licht des Tages steht meistens schon vor der Mittagspause bereit.

Von Serkan Can, Fotograf · Klassenbilder Fotografie, Braak bei Hamburg

Wenn wir bei einer Kita oder Grundschule ankommen, ist der erste Weg nach draußen. Nicht aus Romantik, sondern aus Handwerk: Vormittagslicht ist weich, gerichtet und verzeiht viel. Wer es richtig nutzt, bekommt Porträts mit Tiefe, in denen Kinderaugen leben.

Licht macht ein Bild, nicht die Kamera. Am Vormittag steht die Sonne tiefer als mittags, das Licht kommt seitlicher ins Gesicht und modelliert es. Mittags dagegen fällt es steil von oben: Augenhöhlen werden dunkel, Nasen werfen Schatten, Kinder kneifen die Augen zusammen.

Schatten ist unser bester Freund

Klingt widersprüchlich, ist aber der wichtigste Griff bei Sonne: Wir stellen Kinder in den Schatten eines Gebäudes oder Baums und lassen sie in die hellere Fläche schauen. Das Licht kommt dann groß und weich von vorn, ohne zu blenden. Die Haut wirkt ruhig, die Augen behalten ihre Zeichnung.

  • Offener Schatten an einer Hauswand: gleichmäßiges, weiches Licht.
  • Baumkronen: schön, aber auf Lichtflecken im Gesicht achten.
  • Sonne im Rücken des Kindes: Konturlicht in den Haaren, Gesicht bleibt ruhig.
  • Helle Wege und Wände wirken als natürliche Aufheller.
  • Direkte Sonne von vorn vermeiden, sie erzeugt Blinzeln.

Bedeckter Himmel ist kein schlechtes Wetter

Viele Leitungen entschuldigen sich am Morgen für die Wolken. Dabei ist eine geschlossene Wolkendecke die größte Softbox, die man bekommen kann: Das Licht kommt aus allen Richtungen, Übergänge sind sanft, Farben bleiben satt. Bilder von solchen Tagen wirken oft ruhiger als Sonnenbilder.

Zu beachten ist nur die Richtung. Weil Licht von oben kommt, arbeiten wir mit hellem Untergrund oder lassen die Kinder den Kopf minimal heben, damit die Augen genug Licht bekommen.

Es gibt kein schlechtes Wetter für Kinderporträts, nur falsch gewählte Plätze.

Serkan Can

Draußen dürfen Kinder Kinder sein

Der zweite Grund für den Garten oder Schulhof liegt nicht am Licht, sondern am Verhalten. Draußen sind Kinder in ihrer gewohnten Umgebung, sie klettern, laufen, lehnen sich an Zäune. Aus dieser Bewegung entstehen die Bilder, die Eltern später am liebsten mögen — echte Reaktionen statt gehaltener Posen.

Ein zweiter Vorteil: Der Hintergrund ist ruhig und grün statt voller Regale und Garderobenhaken. Wir suchen Flächen ohne Ablenkung, oft eine Hecke, eine Mauer oder der Rasen mit Abstand zum Kind, damit er weich verläuft.

Wie wir den Vormittag planen

Wir beginnen früh und arbeiten uns mit der Sonne mit: erst die Plätze, die morgens im weichen Licht liegen, später jene, die dann in den Schatten wandern. Wenn Regen einsetzt, wechseln wir nach drinnen — der Aufbau steht ohnehin, und ein Fenster mit Tageslicht liefert ähnlich schöne Ergebnisse.

So ist ein Fototag von morgens bis zum Gruppenbild aufgebaut: Ablauf ansehen

Häufige Fragen zum Thema

  • Das Licht steht tiefer und kommt seitlich ins Gesicht. Das ergibt weiche Porträts ohne harte Schatten und ohne Blinzeln.

  • Nicht zwingend. Wir arbeiten bei Sonne im offenen Schatten oder mit der Sonne im Rücken des Kindes.

  • Eine Wolkendecke ist ein sehr weiches, gleichmäßiges Licht und für Porträts hervorragend geeignet.

  • Dann fotografieren wir drinnen, bevorzugt an einem Fenster mit Tageslicht. Der Ablauf bleibt gleich.

  • Eine ruhige Fläche mit Abstand zum Hintergrund, etwa Hecke, Mauer oder Rasen, möglichst ohne Ablenkung im Bild.

  • Meist im Gegenteil. Die vertraute Umgebung nimmt Anspannung, und aus Bewegung entstehen die lebendigsten Bilder.

  • Nur den Zugang zum Außengelände und einen Platz für den Aufbau. Alles Weitere bringen wir mit.

Weiterlesen

Fototag für Ihre Einrichtung planen

Serkan Can steht selbst hinter der Kamera — vom ersten Gespräch bis zum Gruppenbild. Sagen Sie uns Ihren Wunschzeitraum — wir schlagen passende Termine vor und übernehmen die Abwicklung per QR-Code, Galerie und Heimlieferung.