Es gibt einen Moment, für den ich diesen Beruf mache: Ein Kind kommt in den Raum, sieht mich und sagt zu seiner Freundin, dass es mich kennt. Wir haben uns ein Jahr zuvor in der Kita begegnet — jetzt ist es Schulkind. Von diesem Moment an brauche ich keine Aufwärmphase mehr.
Wir fotografieren Kinder in Kindergärten, Vorschulen und Grundschulen bis zur vierten Klasse. Das ist eine bewusste Entscheidung: Es ist genau die Spanne, in der aus einem Kleinkind ein Schulkind wird, und in der ein vertrautes Gesicht am meisten wert ist.
Warum hilft es Kindern, den Fotografen zu kennen?
Weil der schwierigste Teil eines Fototags am Anfang liegt. Ein fremder Mensch, ein großes Gerät, eine unbekannte Situation — das kostet jedes Kind Überwindung. Wer diese Situation schon einmal erlebt hat und weiß, dass sie harmlos war, setzt sich einfach hin.
Bei zögernden Kindern ist der Effekt am größten. Wer im Vorjahr erst in der zweiten Runde vor die Kamera kam, gehört im Folgejahr oft zu den Ersten. Diese Entwicklung ist der stille Gewinn eines wiederkehrenden Fototags.
Was entsteht über die Jahre?
Eine Reihe. Ein Bild pro Jahr klingt unspektakulär, aber nach fünf oder sechs Jahren liegt eine Entwicklung auf dem Tisch, die kein einzelnes Foto zeigen kann: Zähne kommen und gehen, die Frisur ändert sich, der Blick wird selbstbewusster.
- Ein Porträt pro Jahr, entstanden in derselben Haltung.
- Vergleichbare Bildsprache statt wechselnder Stile.
- Gruppenbilder, die die Klasse über Jahre begleiten.
- Der Kita-Abschied und die Einschulung als Übergangsmarken.
- Ein Abschlussbild am Ende der vierten Klasse.
Für Familien ist diese Reihe der eigentliche Wert. Einzelne schöne Bilder gibt es überall; eine durchgehende Linie entsteht nur, wenn jemand über Jahre bleibt.
Der Satz, den ich am liebsten höre, kommt von Kindern, die mich schon kennen: Machst du wieder Fotos?
Was heißt das für Kitas und Schulen?
Vor allem weniger Vorbereitung. Beim zweiten Termin kennen wir den Raum, das Licht und die Wege. Wir wissen, wo die Gruppen warten können und in welcher Reihenfolge es entspannt läuft. Der Fototag wird von einem Projekt zu einer Routine im Jahreskalender.
- Bekannter Raum, kürzere Aufbauzeit.
- Eingespielte Reihenfolge der Gruppen und Klassen.
- Vertraute Ansprache für Team und Elternvertretung.
- Gleiche Bildsprache über alle Jahrgänge.
- Team- und Kollegiumsfotos lassen sich einfach mitplanen.
Was passiert beim Wechsel von der Kita in die Schule?
Häufig begleiten wir beide Seiten: die Kita, die ein Kind verabschiedet, und später die Grundschule, die es aufnimmt. Für Familien ergibt das eine lückenlose Reihe über den Übergang hinweg — inklusive der Bilder aus dem letzten Kita-Sommer und den ersten Wochen als Schulkind.
Ab der fünften Klasse endet unsere Spanne. Wir arbeiten bewusst mit den Altersgruppen, in denen unsere Art zu fotografieren am meisten bringt: langsam, auf Augenhöhe und mit Zeit für jedes Kind.
Fototage an Grundschulen im Detail: Schulfotograf ansehen


